med. B.S. Liebich, Badearzt a.D.

Ein Neuanfang im kleinsten Kurort Hessens

Liebe Bad Salzhausener, liebe Bad Salzhäusnerinnen. Mein Name ist Dr. med. Bernd-Siegfried Liebich und ich bin neu hier. Bis zu meiner, für den Arbeitgeber sozialverträglichen, Zwangspensionierung im Sommer diesen Jahres, war ich im welt- wenn nicht sogar deutschlandweit bekannten Kurort Bad Strutzheim, (etwas versteckt gelegen zwischen zwischen Fränkisch-Tibet und der Hoppelheider Seenplatte) mit Leib und Seele als Badearzt im größten Kurhotel am Platze, dem „Paulas Kur-Garni“, tätig. Ende August wurde ich von der fast komplett versammelten Teilbelegschaft, vom Bürgermeistervertreter mit allen dazugehörigen medizinischen Ehren in den Ruhestand verabschiedet.
Ein Tag, der mein Leben verändern sollte. Nach 35 arbeitsreichen badeärztlichen Berufsjahren, war es nun Zeit, mich ein wenig um meine schon ausgezogenen Kinder und meine liebe Frau zu kümmern. Leider kam meine Gattin aber zu dem Schluss, dass durch meine sprunghaft erhöhte häusliche Präsenz, es aus gesundheitlichen Gründen besser für sie wäre, wenn ich mich nach einer anderen Bleibe umsehen würde. Nun, wie könnte ich da als Mediziner widersprechen? Schließlich habe ich ja einen Eid geleistet.
Nun wage ich also ausgerechnet hier, im kleinsten Kurort eines nicht wirklich großen Bundeslandes, einen Neuanfang. Aber meine Wahl fiel nicht zufällig auf Bad Salzhausen. Nein, schon ein weitläufiger Vorfahre von mir, hat hier seine durchaus bedeutenden Spuren hinterlassen. Genau, Sie wissen schon, der Justus von…

Mein erster Vorname geht auf einen Ur-Ur-Enkel des berühmten Chemikers zurück und zwar meinen angeheirateten Schwippcousin, den Psychologen Bern Carrière. Womöglich kennen Sie ja dessen Sohn, den Schauspieler Matthieu Carrière.  Mit ihm stand ich über Jahre hinweg in regelmäßigem Kontakt, in dem ich ihm alle drei Monate Autogrammanfragen meiner Kurgäste zugesendet habe. Jedenfalls bis zur einstweiligen Verfügung letzten Januar. Nun schreibe ich nicht mehr ihm, sondern Ihnen und möchte ab der Januar-Ausgabe dieses Blattes kurkompetent berichten, wie der alte Badearzthase Dr. B.S. Liebich Hessens kleinsten Kurort entdeckt. Und – noch etwas – das mit der Pensionierung sehe ich nicht so eng.  Meine Badearzt-Ausstattung (inkl. eigener Fangomaschine) habe ich großenteils mitgenommen, mein Notfall-Kurbadkoffer steht griffbreit im Hausflur und die Notfallbadehose trage ich – wie all die Jahre zuvor- stets einsatzbereit unter dem Schlüpfer. Nun wünsche ich aber allen Einwohnern, sowie allen Kurgästen frohe Weihnachtsfeiertage. Ab dem 27.12. werde ich dann beginnen von Haus zu Haus zu ziehen, um mich meiner Nachbarschaft persönlich vorzustellen. Sollten Sie mich dann zu Kaffee, Kuchen oder einem Abendessen einladen, sage ich sicher nicht nein. Alles andere wäre ja unhöflich.
Insofern werde ich bis zur Januar-Ausgabe sicher viel zu erzählen haben.
Herzlichst, ihr B.S. Liebich